Jetzt weiß ich, wie es sich anfühlt, angegriffen zu werden. Es gibt keine Zeit mehr, die mich umgibt, alles scheint losgelöst, in einem eigenen Tempo zu geschehen. Ich nehme das Radio unter den Arm und stecke Batterien in meine Tasche. Ich laufe in mein Schlafzimmer, hole mir zwei Decken und Kerzen, dann laufe ich in die Küche und werfe Lebensmittel in eine Plastiktüte. Ich bleibe bei dem Besteckkasten stehen und lasse ein scharfes Brotmesser in die Tüte fallen. Ich renne aus meiner Wohnung, die Treppen runter in den Keller. Dort schließe ich die Tür von meinem Kellerraum auf. Es kracht ein drittes Mal laut von der Straße aus. Vom Kelleraufgang drückt sich mir eine Staubwolke entgegen. Ich huste und halte mir eine Hand vor die Augen. Im Dunkeln taste ich nach dem Türgriff, ziehe die Kellertür auf und verschließe sie von innen. Ich greife in die Tüte, zünde eine der Kerzen an und warte, bis der Lichtschein die Konturen zu Regalen und alten Möbeln werden lässt. Dann hocke ich mich in die hintere Ecke des niedrigen Raums. Ich nehme das Brotmesser aus der Tüte und lege die Batterien ins Radio. Im Radio spricht wieder die Nachrichtenstimme: „Der Kontakt zu anderen Ländern ist unterbrochen. In Berlin sind Raumschiffe am Brandenburger Tor gelandet.“ Dann ertönt ein weiteres Krachen, ein stärkeres als die ersten drei. Die Kisten im Kellerraum fallen durcheinander. Ich wühle mich frei und werfe die Kisten und Kartons auf einen Haufen. Die Antenne des Radios wurde von einer der in meine Richtung fallenden Kisten abgeknickt. Aus dem Lautsprecher ist nur noch endloses Rauschen zu vernehmen.
Fortsetzung folgt 4/7
Eine Geschichte von Tobias Hagenbäumer
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